5. Mitwanderzentrale Sommer 2020

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Am Liepnitzsee. Foto: dpa über berlin.de

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 10:00 Uhr
Wanderung vom Bahnhof Wandlitzsee über den Liepnitzsee und die legendäre „Waldsiedlung“ nach Wandlitz

Die Wanderung beginnt in der Villenkolonie an den „Heiligen drei Pfühlen“. Die architektonisch hoch interessanten repräsentativen Privatbauten brachten Wandlitz in den 1920er Jahren die Beinamen „Worpswede der Mark“ oder auch „das märkische Ostende“ ein. Künstler, hohe Beamte, Militärs, Industrielle und Teile des Adels hatten zwischen den Weltkriegen Wandlitz als Residenzen für sich entdeckt – und zogen den beginnenden Tourismus als wesentlichen Wirtschaftsfaktor für Wandlitz nach sich. Die „Heiligen drei Pfühle“ selbst sind nur Spritzer des nahen Wandlitzsees: ein Riese im benachbarten Dörfchen Prenden soll einstmals gewaltige Steine nach dem dortigen Kirchturm geworfen haben, weil sein Klang ihn störte. Drei von ihnen seien im Wandlitzsee gelandet – und drei riesige Einschlagtropfen platschten dann an die Stelle der heutigen drei kleinen Seen…

Seit der Eiszeit sorgt der Liepnitzsee, die nächste Station der Wanderung, für das Badewasser der beliebtesten Urlaubsregion Deutschlands. Am Westrand des Sees befindet sich die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee: das Wasser des Liepnitzsees fließt über Ober- und Hellsee, durch Finow und Oder in die Ostsee. Das Wasser des nahegelegenen Wandlitzsees hingegen fließt über Briese, Havel und Elbe in die Nordsee.

Ja, es stimmt: hier in den Wäldern am Liepnitzsee hat man Margot Honecker, die langjährige Bildungsministerin der DDR und Ehefrau des DDR-Staatschefs Erich Honecker, häufig ganz ohne „Security“ beim Spazierengehen treffen können, oft auch in Begleitung ihres Enkels. Sicherlich wollte die „First Lady“ der DDR, die das offizielle Protokoll oft wissentlich und provokant umgehen wollte, sich ein paar Stunden „Auszeit“ von der kleinbürgerlichen Enge der „Waldsiedlung“ nehmen, der nächsten Station unserer Wanderung:
In dieser ganz unspektakulären Einfamilienhaus-Siedlung lebten die DDR-Staats-und Parteienführer, mitten im Wald, von einer Mauer umschlossen und von Spezialeinheiten der Polizei streng bewacht und abgeschottet. Nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 hatte man der DDR-Regierung, aus Angst vor dem eigenen Volk, diese Siedlung fernab der Realität – im doppelten und wahrsten Sinne – verordnet. Heute ist die „Waldsiedlung“ Teil des medizinischen Komplexes der „Brandenburg Klinik“.
Detailinformationen auch hier auf unseren Seiten unter:

Waldsiedlung Wandlitz: Willkommen im einst bestgesicherten Ort der DDR

Die Wanderung endet am Bahnhof Wandlitz der „Heidekrautbahn“, die stündlich zurück nach Berlin-Karow fährt.

Ortskundige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfangen die Gäste zum Start der kostenfreien Wanderung in der Tourist-Information im Bahnhof Wandlitzsee für eine kurze Einführung zum vorgeschlagenen Wanderweg, berichten über Wissenswertes und Sehenswürdigkeiten, Naturschönheiten und Historisches entlang der Strecke und geben einen Überblick zum Schwierigkeitsgrad am Streckenverlauf.
Der Routenempfehlung folgend, oder nach Belieben abweichend, kann es anschließend sofort losgehen: ob allein oder mit weiteren Wanderbegeisterten gemeinsam – und bei Einhaltung des aktuell gültigen Sicherheitsabstandes.

Umfangreiches Kartenmaterial liegt in der Tourist-Information in Wandlitzsee bereit.
Ansprechpartnerin hier ist Frau Marlies Losansky.