Landschaften

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Schönower Heide

Begibt man sich in die Schönower Heidelandschaft nahe Bernau erlebt man eine einzigartige Struktur aus Baumgruppen, ausgedehnten Silbergrasflächen, seltenen Moosen und Flechten sowie offenen Sandflächen. Sie setzt sich wie ein Mosaik aus Besenheide, Silbergrasfluren und vegetationsarmen Landstrichen zusammen, zwischen denen Birken, Espen und Kiefern wachsen.

Im Naturschutzgebiet Schönower Heid kann man Dam-, Rot und Muffelwild beim Abbeißen junger Gehölze beobachten sowie Heidelerchen, Ziegenmelkern und Co. lauschen. Das Gebiet entstand einst durch militärische Nutzung. Diese besondere Halboffenlandschaft bietet einen Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Eine Wanderung auf einem der beiden angelegten Rundwanderwege ist besonders im Spätsommer attraktiv, da zu dieser Zeit die Farbe Lila allgegenwertig ist: wohin das Auge blickt, schimmert nämlich die Besenheide in ihren unterschiedlichsten Variationen.

Hirsch in der Schönower Heide

Nonnenfließ im Schwärzetal

Das Naturschutzgebiet Nonnenfließ-Schwärzetal entstand nach der Weichseleiszeit vor ca.15.000 Jahren als Schmelzwasserabflussrinne an der Endmoräne nördlich der Barnimplatte.  Im Nonnenfließ sind noch heute Tierarten zu finden, die eigentlich typisch für klare Gebirgsbäche sind. Südlich des kleinen Dorfes Tuchen, berühmt durch seine Fachwerkkirche, auch „Hochzeitskirche“ genannt, entspringt das Nonnenfließ in der Beerbaumer Heide.  Ab der Quelle durchquert das Nonnenfließ in nördlicher Richtung den Ort Tuchen, wo es einst drei Wassermühlen „speiste“. Heute ist von diesen Mühlen leider nicht mehr viel zu sehen.  Im nördlichen Bereich von Tuchen bis einschließlich zur „Neuen Mühle“ lädt ein kurzer Rundwanderweg um einen Teilabschnitt des Nonnenfließes zum Spazierengehen ein.  Doch der wohl romantischste Abschnitt des wunderschönen Nonnenfließtals beginnt weiter nördlich, etwa bei der „Steinernen Brücke“ und erstreckt sich bis zur Mündung in die Schwärze bei Spechthausen. Zu jeder Jahreszeit ist eine Wanderung durch diese Region zu empfehlen.

Nonnenfließ

Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde

Die Hobrechtsfelder Rieselfeldlandschaft ist eine von Wäldern, Wiesen, halboffen aufgeforsteten Rieselfeldern, Teichen und Fließen geprägte Gegend. Sie umfasst die Gebiete der Schönower Heide im Norden bis zu den Karower Teichen im Süden. Westlich endet sie vor dem Wandlitzer Ortsteil Schönerlinde, im Westen stößt sie an Karow, Buch, Zepernick, Röntgental und Schönow. In diesem Gebiet findet seit 1985 eine umfängliche Renaturierung statt, in dem mehr als 200 robuste Rinder und wilde Pferde tagtäglich Landschaftpflege betreiben. So wandelt sich das einstige Problemgebiet zu einem Schmuckstück am Rande Berlins. Ziel ist die Entwicklung und der Erhalt einer strukturreichen, halboffenen Waldlandschaft, die eine ausgeprägte Artenvielfalt ermöglicht.

Konik-Wildpferde in der ehemaligen Hobrechtsfelder Rieselfeldlandschaft

Biesenthaler Becken

Das Biesenthaler Becken ist ein sogenanntes Gletscherzungenbecken, das vor ca. 15.000 Jahren vom Toteis geformt wurde. Dieses Toteis hinterließ eine reizvolle, wald- und seenreiche Naturlandschaft, die heute ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderer ist. Das Biesenthaler Becken zeigt eine landschaftliche und biologische Vielfalt auf engstem Raum und ist ein Kleinod unter den Naturschätzen Brandenburgs. Sandberge (Kames) und Moore befinden sich dicht beieinander. Vom Rande her durchziehen mehrere kleine Flachlandbäche, auch Fließe genannt, das Biesenthaler Becken. So münden zum Beispiel das Hellmühlen Fließ und das Rüdnitzer Fließ in den Regesesee, der den Ursprung der Finow, den „größten“ Fluss der Region, darstellt. Wer als aufmerksamer Beobachter zur richtigen Zeit am richtigen Ort verweilt, kann das Glück haben, einem prächtigen Eisvogel zu begegnen oder eine wild wachsende Orchidee, wie das Steifblättrige (Fleischfarbenes) oder Breitblättrige Knabenkraut zu finden. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Biesenthaler Becken bei den Wanderern. Einige Wanderwege, wie zum Beispiel der 66-Seen-Rundweg um Berlin ( blauer Punkt) oder der sehr gut ausgebaute Fernradweg Berlin – Usedom ( stilisiertes Brandenburger Tor, Möwe und Radfahrer) sowie der Wanderweg rund um Biesenthal ( 21 km, gelber Punkt) führen durch dieses Gebiet.

Biesenthaler Becken

Wandlitzer Seengebiet

Mit mehr als 9 klaren Seen inmitten großer Mischwaldgebiete mit eingebetteten Wiesen gehört das Wandlitzer Seengebiet zu einem der abwechslungsreichsten Waldgebiete am nördlichen Rand von Berlin. Die erlebnisreiche Region liegt im Herzen des Naturparks Barnim. Beliebt sind die Seen sowohl bei den Badefreunden als auch bei den Anglern. Zu den bekanntesten Seen zählen der Liepnitzsee, der Wandlitzsee, der Gorinsee, der Rahmersee, der Obersee, der Hellsee und der kleine und große Lotschesee. Durch das Wandlitzer Seengebiet führt ein Teilstück des 66-Seen-Wanderweges. Die Etappe 5 von Wensickendorf nach Melchow (28 km) führt vorbei an acht großen und kleinen Seen. Der Wanderweg, mit einem blauen Punkt gekennzeichnet, ist eine wahre Entdeckungsreise durch die Natur rund um die Großstadt Berlin.

Wandlitzsee
Fotos: © Tourismusverein Naturpark Barnim e. V. / Fotografin: Elena Koroleva/Lena Queen Photograph (Foto: Konik-Wildpferde in der ehemaligen Hobrechtsfelder Rieselfeldlandschaft); Stephan Schmidt (Foto: Nonnenfließ); Martina Krysmansky (Fotos: Hirsch in der Schönower Heide, Biesenthaler Becken und Wandlitzsee)